Wildnis entdecken

Wildnis - gibt es sie überhaupt noch weltweit oder in unserer Nähe? Wo ist die Natur sich selbst überlassen? Wo lassen wir Wildnis zu? Im Gegensatz zur sogenannten Kulturlandschaft, die der Mensch gestaltet, sind Wildnis, Wildtiere und Wildpflanzen sich selbst überlassen. Doch intensive Landwirtschaft, Landnutzugsänderungen, Abholzung von Wäldern, Fischerei und Wilderei sind gravierende Beispiele menschlichen Einflusses, die Wildnis zerstören. Ein dramatisches Artensterben ist die Folge: Allein in Deutschland sind 33 % der Wirbeltiere, 34 % der wirbellosen Tiere, 31 % der Pflanzen und 20 % der Pilze bestandsgefährdet. Sterbende Arten bedeuten Lücken im Ökosystem, in dem sich auch der Mensch befindet.
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Zum Schutz der Wildnis gibt es bei uns in der Region die Kernzonen der Biosphärenreservate Bliesgau und Pfälzerwald-Nordvogesen, beispielsweise die Bliesauen und das Quellgebiet der Wieslauter. Damit das so bleibt, braucht es den politischen Willen, Finanzierung und die Mitarbeit aller, um diese Zonen zu schützen und auszuweiten.

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Wochenaufgabe für die Zeit vom 12.09. bis 19.09.

Wild und frei!

Menschen mögen ihre Freiheit. In dieser Woche wollen wir den Tieren und Pflanzen ein Stückchen Freiheit (zurück)schenken.
Lasse etwas Unordnung in einer „wilden Ecke“ in deinem Garten zu, oder suche dir ein Projekt, das du unterstützen möchtest, zum Beispiel:

Vielleicht möchtest du auch einmal in der freien Natur übernachten?
Die Trekking-Plätze in der Pfalz bieten sich dafür an: http://www.trekkingplatz.de/trekkingplaetze/
Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür! Lass ihr ihren Lauf!

Tagesimpulse 2. Woche

Tagesimpuls 19.09.

Unsere Wälder werden schon seit langer Zeit von Menschenhand gestaltet und können daher nicht als Urwälder bezeichnet werden. Selbst alte Baumriesen, die ihre verzweigten Kronen weit in den Himmel strecken, sind in den letzten Jahrhunderten unter dem Einfluss des Menschen entstanden und sind deshalb ein Teil des Waldes von heute.
Unberührte Natur ist auf unserer Erde sehr rar geworden. Gerade deshalb gilt es, die wenigen verbliebenen echten Urwälder zu schützen. In der sogenannten Kernzone, die im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zwei bis drei Prozent der Fläche einnehmen, wird der ehemalige Wirtschaftswald mit Totholz und Biotopbäumen sich selbst überlassen, und die Prozesse laufen nun weitgehend ohne menschliche Einflüsse natürlich ab. https://www.waldhilfe.de/urwald-in-deutschland/ Wer sich ein Bild vor Ort machen möchte, kann über die Biosphärengebiete eine Führung in die Kernzonen buchen. Aber Vorsicht, nichts verändern!
Eine Baumart, die besonders urig und kernig ist, ist die Traubeneiche. Die Baumart wird bis zu tausend Jahre alt, ist ausgesprochen nachhaltig und robust im Klimawandel. Die Traubeneiche gilt bei den Menschen als Sinnbild für Beständigkeit, Langlebigkeit und Widerstandskraft. Sie lockt die größte Anzahl von Insekten an.

Heute ist Waldtag!
Ob an den Wachenheimer Trockenmauern im Burgtal oder im Bliesgau:  Suche eine Traubeneiche und zähle alle Tiere, die du findest.
Schicke uns eine Rückmeldung an info@trendsetter-weltretter.de mit deiner Postadresse und wir schicken dir das Themenheft "Unsere Heimat" mit vielen Tipps und Infos rund um die Artenvielfalt in der (Saar-) Pfalz, das der Pilgerverlag herausgegeben hat.

Tagesimpuls vom 18.09.

Wiesen mäht man, hat man seit Kindertagen von Oma und Opa gelernt. Doch das häufige Kürzen der Gräser, Blumen und Kräuter lässt wenig Artenvielfalt zu. Dabei sind Wiesen Lebensräume, die für Wildpflanzen und -tiere geschützt werden müssen. Zum Beispiel der Bad Dürkheimer Bruch zwischen Erpolzheim und Birkenheide: Dort hat der Umweltschutzverein Pollichia 2020 das Schutzprojekt „Flachland-Magerwiese“ gestartet. Dort leben seltene und stark bedrohte Schmetterlingsarten wie der Helle und Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der Große Feuerfalter sowie die Haarstrangwurzeleule, die Schmale Windelschnecke sowie die Vogelarten Wachtelkönig, Wendehals, Wiedehopf, Grauammer, Kiebitz, Schwarzkehlchen, Neuntöter, Grünspecht und Pirol. Möglich macht das die Biotoppflege, durch die auch der seltene Echte Haarstrang eine Chance hat.

Mit konkreten Projekten möchte  der pfälzische Verein für Naturforschung und Landespflege Pollichia in der Umgebung Lebensräume erhalten. Zudem unterhält er das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim. Unterstütze den Verein mit einer Spende oder werde ein weiteres von über 2.400 Mitgliedern. Infos unter https://www.pollichia.de

Tagesimpuls vom 17.09.

Ob Wolf, Biber oder Bär: Kehren die verschwundenen Wildtierarten zurück, bedeutet das Freud der Einen und Leid des Anderen. Der Biber lebte seit jeher in den Bliesauen. „Er passt hierher und in unser Ökosystem“, sagt der Bliesgau-Ranger Michael Keßler. Vor rund 140 Jahren verschwand er fast in ganz Deutschland von der Bildfläche, auch weil er wegen seines kostbaren Fells stark bejagt wurde. Im Bliesgau wurden 55 seiner Art in den 2000-er Jahren erfolgreich wiederangesiedelt. Sie bauen seither ihre Dämme. Wie der Konflikt zwischen Artenschutz, Landwirtschaft und Wohnen im Biber-Revier in Blieskastel aussieht, zeigt ein Bericht des Saarländischen Rundfunks. Mehr dazu:https://bit.ly/3liapIT

Der Bliesgau-Ranger Michael Keßler bietet Biber-Führungen an, eine gleich am 17. September. Anmeldung bis 16.09. unter: umweltbeauftragter@bistum-speyer.de an. Mehr Infos hier: https://www.trendsetter-weltretter.de/veranstaltungen/

Ein anderes Wildtier, das einst in der Pfalz ausgestorben war, wird in Bornheim bei Landau unterstützt: Im Storchenzentrum Pfalzstorch, getragen von einem Verein, werden verletzte Tiere aufgepäppelt, Storchenfamilien von Kirchtürmen mit einer Kamera übertragen und Forschungsprojekte betrieben. Infos unter https://www.pfalzstorch.de/

Mehlschwalben, Falken, Dohlen und Fledermäuse sind mittlerweile auf Quartiere an Gebäuden angewiesen. Menschen, die bedrohten Fledermausarten ein sicheres Zuhause bieten, leisten einen unermesslich wertvollen Beitrag für ihren Erhalt, denn ohne eine passende Unterkunft, in der sie ihre Jungen aufziehen und den Tag verschlafen können, ist ihr Überleben bedroht.
Hier Infos vom Nabu, was du tun kannst: https://rlp.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/fledermaeuse-willkommen/29343.html

Tagesimpuls vom 16.09.

Die industrielle Fischerei bedroht nicht nur die Fische, die gegessen werden, sondern auch zahlreiche andere Meerestiere: Bei den meisten Fangmethoden werden große Mengen an Beifang in Kauf genommen. Oft sind das größere Fische wie Rochen oder Haie, die streng geschützt sind. Aber auch Säugetiere wie Wale und Delfine, Schildkröten und Meeresvögel verenden regelmäßig in den Netzen und Leinen.

Der Verein Sphenisco, dem mehrere Zoos angehören, hat 2020 im Landauer Zoo gemeinsam mit der Universität Koblenz-Landau das Forschungsprojekt Sphenisco ins Leben gerufen. Es soll die Humboldt-Pinguine in Chile mit einem akustischen Warnsignal vor Beifang schützen. https://sphenisco.org/de/aktivitaeteneuropa/aktionstage/928-pinguin-forschung-in-landau

Seelachs, Steinbutt, Scholle? Welchen Fisch oder welches Meerestier kann man unbedenklich kaufen und essen?
Teste mal den Fischratgeber von WWF https://fischratgeber.wwf.at/

Tagesimpuls vom 15.09.

Kein anderes Tier repräsentiert medial mehr die Zerstörung der Wildnis wie der Orang-Utan auf Borneo, der wegen der Erweiterung einer Palmöl-Plantage aus seinem Lebensraum, dem Regenwald, fliehen muss. Der Orang-Utan ist massiv vom Aussterben bedroht. Das solltest du zur Palmölindustrie wissen.
Fakten zum Palmöl: https://www.kritischerkonsum.de/ernaehrung/palmoel und https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/der-palmoel-check-2019

Warum man weniger Palmöl kaufen sollte: https://www.veganblatt.com/palmoel
Alternativen zu Palmöl: https://www.veganblatt.com/7-alternativen-zu-palmoel

 

Sowohl der Landauer als auch der Neunkirchner Zoo beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Palmölverbrauchs auf das Artensterben. Interview mit dem Landauer Zoodirektor Jens-Ove Heckel https://www.rheinpfalz.de/politik/rheinland-pfalz_artikel,-wir-bringen-tagt%C3%A4glich-arten-zum-verschwinden-_arid,5210004.html?reduced=true (Bezahlschranke).

Mach den Palmölcheck bei deinem Einkauf und üblichen Produkten, zum Beispiel mit der App CodeCheck. Zudem hat der WWF 2019 mit der „Palm Oil Scorecard“ Supermärkte, Lebensmittelhersteller und Gastronomieketten nach dem Umgang mit Palmöl bewertet: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Palm-Oil-Scorecard-2019.pdf (auf Englisch, ab Seite 27).

Probiere Alternativen zu Palmöl aus und teile uns deine Erfahrungen mit per Mail an info@trendsetterweltretter.de oder als Kommentar auf Facebook www.facebook.com/trendsetterweltretter

Tagesimpuls 14.09.

Die intensive Landwirtschaft vernichtet durch den Einsatz von Pestiziden viele Schmetterlings-, Bienen-, Mücken-, Käfer- oder Heuschreckenarten in Deutschland. Dazu tragen aber u.a. auch Lichtsmog und Luftverschmutzung bei. Dabei stellen Insekten fast die Hälfte der Tiere. 3.700 Schmetterlingsarten gibt es allein in Deutschland, viele davon sind stark bedroht, wie zum Beispiel der Wiesenknopf-Ameisenbläuling.
Ein Tausendsassa für den Erhalt vieler Insekten ist der Knotenblütige Sellerie (Helosciadium nodiflorum), der gerade in der pfälzischen Rheinebene und im Wasgau bundesweit am stärksten verbreitet ist.

Was wächst da eigentlich? Was fliegt da eigentlich? Was Uroma noch wusste ...
Aber kennst du die heimischen Pflanzen am Wegesrand?
Kannst du ein Tagpfauenauge von einem Admiral unterscheiden, eine Heckenbraunelle von einer Grauammer?
Bücke dich beim nächsten Spaziergang, nimm dein Handy und bestimme Vögel, Insekten und Pflanzen.
Oder ganz in echt: Nimm an einem Artenkennerseminar von Pollichia oder einer Exkursion mit dem NABU teil.

Mehr dazu:

Welche Art hast du heute bestimmt? Schicke uns eine Rückmeldung an info@trendsetter-weltretter.de und du erhältst das Themenheft "Unsere Heimat" des Pilger-Verlages zu Trendsetter Weltretter mit vielen Tipps und Infos rund um die Artenvielfalt in der (Saar-)Pfalz!

Veranstaltungstipp: Am Donnerstag ist online von missio ein Vortrag der Reihe "Spiritualität in der Weltkirche" über Indische Ökologie von Nanditha Krishna. Hier mehr: https://www.missio.com/aktuelles/veranstaltungen/event/474-reihe-spiritualit%C3%A4t-in-der-weltkirche-indische-%C3%B6kologie-vortrag-von-dr-nanditha-krishna

Tagesimpuls vom 13.09.

Der Weltbiodiversitätsrat berichtet, dass mehr als ein Drittel der Landflächen der Welt für die Landwirtschaft genutzt wird – außerdem mehr als 75 Prozent der Süßwasserressourcen. Dadurch verschwindet Lebensraum für wilde Tier- und Pflanzenarten. Sie haben keinen Platz mehr oder finden nicht genügend Nahrung. Am meisten Fläche geht für die Viehzucht verloren, etwa um Soja für Tierfutter anzubauen. Einer Studie der Oxford-Universität zufolge, nutzt die Menschheit 83 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen allein für die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten. In einigen Gegenden, etwa in Südamerika, wird sogar Regenwald gerodet, um Platz für Soja-Plantagen zu schaffen.

Mehr dazu:https://utopia.de/weltbiodiversitaetsrat-un-arten-bedroht-138302/

Mehr Wildnis, weniger Viehwirtschaft: Wie schon so oft, hilft es, sich stärker pflanzlich zu ernähren.
Denke darüber nach, wie du Fleisch und Milchverbrauch reduzieren kannst.
Plane fleischlose Tage ein, entdecke die Vielfalt von Hülsenfrüchten.